Geschichte

Unsere Kirche im Wandel der Zeit

Im Jahr 1336 wird in einer Urkunde ein „Leutpriester“ in Ottendorf erwähnt. Ob er seinen Dienst schon an der Stelle unserer heutigen Kirche getan hat, wissen wir nicht.

Der älteste Teil der Kirche ist zweifelsfrei der heutige Altarraum. Das bezeugt ein romanisches Portal auf der Südseite der Kirche.

Später wurde dieser Raum durch Abbruch des Westgiebels erweitert ( heutiges Kirchenschiff mit Dachreiter).

1655 berichtet der damalige Pfarrer Gehe, dass „durch den langjährigen Krieg, Kirche und Pfarrwohnung fast gänzlich eingegangen sind“.

Um 1695 beklagt man sich, dass die Kirche sehr baufällig und finster sei. Daraufhin bekommt sie Fenster auf der Südseite, die Empore wird angestrichen und eine Orgel, sowie „ein Seyger auf die Kirche“ (Turmuhr) angeschafft.

Das heutige Aussehen entstand im Wesentlichen in vier Bauabschnitten:

1739 mussten wegen Baufälligkeit Kirchturm und Dachstuhl abgerissen werden. 

Den Neuaufbau besorgte der Mittweidaer Zimmermeister Eydam.
Der Turm hat die Form einer Welschen Haube mit Vierkanthelm. Diese Kombination ist selten und daher erwähnenswert.

Um 1753 wurde der Dachstuhl über dem Altarraum neu aufgebaut. Durch Erhöhung der Außenmauern konnte die Decke über dem Altar der des größeren Kirchenraumes angepasst werden. Die Doppelempore der Nordseite wird erweitert.

1831 verlegte man den Eingang von der Südseite auf die Westseite. Die Nordseite bekam nun ebenfalls Fenster. Die Fenster der Südseite wurden vergrößert. Die Doppelempore der Nordseite wurde durch eine neue Doppelempore der Südseite erweitert.

1887 schuf Prof. Arnold aus Dresden eine neue Innenarchitektur und ein Anbau in Giebelhöhe an der Westseite brachte Raum für die nötigen gefahrlosen Aufgänge zur Empore und zum Turm.

Ein historisches Kleinod ist die große der drei Bronzeglocken: Sie wurde 1560 in Freiberg von Wolf Hilger gegossen und wiegt 930 kg.

Die immer noch intakte Turmuhr fertigte 1837 der ottendorfer Uhrmacher Gottlob Herrmann.

Das Altarbild, angeschafft 1877, zeigt in der Mitte den auferstandenen Christus (Öl auf Leinwand), umrahmt von 12 Apostelporträts (Öl auf Holz, wesentlich älter, wertvolle Arbeit unbekannter Herkunft).

Die Kirche erhielt 1902 durch Schenkung eine Niederdruck-Dampfheizung und 1909 elektrische Beleuchtung.

1922 baute die Firma Schmeißer aus Rochlitz eine zweimanualige, mit 20 Registern recht umfangreiche Orgel, die 1982 von A. Rietzsch umdisponiert wurde.

Erwähnenswert sind die schöne Holzdecke, sowie das lebensgroße, geschnitzte Kruzifix ( vermutlich aus dem 17.Jh.).

Den Apostel Leuchter im vorderen Kirchenschiff und das Wandrelief am Ausgang schnitzte Hugo Gäbler aus Ottendorf.
Der Jugendstil-Leuchter auf der Empore wurde um 1900 angeschafft.

Turm, Dach und Außenfassade wurden zwischen 2001 und 2005 erneuert bzw. saniert.

Der Innenraum der Kirche erfuhr durch großen Einsatz und Spenden vieler Kirchenmitglieder 1982 und 2019/2020 eine umfangreiche Sanierung und Veränderung.

Dabei bekam auch ein Flügelaltar – oder das, was einst von ihm übrig blieb – wieder einen würdigen Platz im Altarraum (Öl auf Holz, vermutlich aus dem frühen 16. Jh.).

Das Altarbild mit den Apostelporträts und das Kruzifix wurden denkmalpflegerisch aufgearbeitet. Unter dem braunen Farbanstrich des Kruzifixes kam die ursprüngliche Farbgebung zum Vorschein. Sie gibt dem Gekreuzigten seine menschliche Erscheinung wieder.

Die Orgel erfuhr 2025/26 durch die Orgelbaufirma Frank Peither eine Reinigung und Generalinstandsetzung. Der Blasebalg wurde repariert und ein neuer Motor erzeugt jetzt wieder genug „Wind“, um die Töne der Orgel in voller Schönheit erklingen zu lassen.

Vielen Dank allen Spendern, denen unsere Kirche am Herzen liegt!

Wir freuen uns weiterhin über Spenden zur Erhaltung und Pflege der Kirche:

Spendenkonto der Kirchgemeinde Ottendorf:
IBAN: DE39 8705 2000 3350 0005 16
BIC: WELADED1FX
Ihre Spende bitte immer mit „2830 und dem Verwendungszweck“ angeben. Auf Wunsch stellen wir Ihnen eine Spendenbescheinigung für’s Finanzamt aus.

Galerie

Bilder: René Silbermann, Jochen Göbel, Silke Roth